Wie entsteht ein neues Medikament?

19.08.2019   |   21:36 CEST

Täglich haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Entscheidungen, die dazu beitragen, unsere Gesundheit längerfristig zu schützen: Wir können uns dafür entscheiden, die Treppe hochzusteigen anstatt den Lift zu nehmen oder wir steigen bereits eine Haltestelle früher aus dem Tram aus, um zusätzliche Bewegung zu bekommen. Erwiesenermassen wirkt sich auch eine ausgewogene Ernährung positiv auf die Gesundheit aus. Nichstdestotrotz wird man einige Male in seinem Leben auch krank sein. Ausgehend von der jeweiligen Erkrankung und deren Schweregrad stellt sich die Frage nach der geeigneten Therapie. Dabei sind Medikamente oftmals ein Teil der Behandlung. Doch wie gelangen diese zum Arzt oder in die Apotheken?

Die Entwicklung eines neuen Medikaments geschieht im Rahmen der pharmazeutischen Forschung einerseits getätigt von der Pharmaindustrie, andererseits von den Akademien. In Studien werden Tausende unterschiedliche Substanzen untersucht. Da die Forschenden dabei Neuland betreten, kommt es zu zahlreichen Rückschlägen. Neben dem nötigen Fachwissen und einer Portion Kreativität erfordert dieser Prozess ein eisernes Durchhaltevermögen – bis der Wirkstoff für ein neues Medikament gefunden wird, können zehn oder noch mehr Jahre vergehen. Das folgende Video veranschaulicht diesen Vorgang.



Quelle: Interpharma Schweiz

In gewissen Fällen bleibt der Durchbruch jedoch auch aus und trotz intensiver Forschungsbemühungen konnte keine neue hilfreiche Substanz gefunden werden. Ein illustratives Beispiel dafür ist die Krankheit Alzheimer.

Wie wird der Preis eines Medikaments festgelegt?

Nachdem ein Molekül gefunden wurde, das sich als Wirkstoff für ein Arzneimittel eignen könnte, müssen in verschiedenen Etappen klinische Studien durchgeführt und dokumentiert werden. Dabei geht es neben der Wirksamkeit des Wirkstoffs auch darum herauszufinden, welche Nebenwirkungen ausgelöst werden können. Im Rahmen der Studien muss ausserdem die Dosierung des Wirkstoffs und die Verabreichungsform bestimmt werden. Die erhobenen Studiendaten werden in einem Dossier gesammelt und dem Schweizerischen Heilmittel Institut Swissmedic zur Prüfung vorgelegt. Anhand dieser Unterlagen kontrolliert Swissmedic einerseits, ob die Substanz tatsächlich über die beschriebene Wirkung verfügt. Andererseits wägt das Institut ab, ob der Nutzen, den das neue Medikament den betroffenen Patienten bietet, das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen überwiegt. Fällt der Bescheid zu diesen beiden Punkten positiv aus, ist das Medikament auf dem Schweizer Markt zugelassen. Da die Preisfestsetzung in der Schweiz gesetzlich geregelt ist, wird nach dem Vorliegen der Zulassung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Antrag gestellt. Wie die Preisfindung durch das BAG genau funktioniert, erklärt das folgende Video.



Quelle: Interpharma Schweiz