Welt-MS-Tag 2019 steht unter dem Motto MyInvisibleMS

28.05.2019   |   22:50 CEST

Gemäss der Schweizerischen MS-Gesellschaft erhält täglich eine Person in der Schweiz die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Insgesamt sind schweizweit rund 15’000 Personen betroffen. Weltweit sind es ca. 2.3 Millionen. Die Erkrankung geht mit einer grossen Bandbreite an kognitiven und körperlichen Symptomen wie beispielsweise Seh-und Gleichgewichtsstörungen, Muskelsteife und Schmerzen bis hin zu Hitzeempfindlichkeit, Schwindel oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einher. Die Auswirkungen dieser Erscheinungen sind nicht alle auf den ersten Blick sichtbar, dennoch üben sie einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen aus. Daher steht der diesjährige Welt-MS-Tag unter dem Motto My Invisible MS und setzt sich zum Ziel, ein Bewusstsein für die unsichtbaren Symptome der Krankheit zu schaffen.

Die ersten Symptome der Erkrankung zeigen sich bei rund 80 Prozent der Betroffenen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Obwohl MS eine chronische Krankheit ist, tritt sie in den meisten Fällen in Form von Schüben auf. Daher ist das Vorliegen der Erkrankung von Aussen nicht immer erkennbar. Hinzu kommt, dass es für MS keinen typischen Krankheitsverlauf gibt. Es bestehen grosse Unterschiede darin, welche Symptome bei einem Betroffenen jeweils auftreten, und auch zu welchem Zeitpunkt sie sich zeigen, variiert stark von Person zu Person. Daneben wirkt sich auch die jeweilige Tagesform auf die Ausprägung der Beschwerden aus. Diese Aspekte können dazu führen, dass Betroffene von ihrem Umfeld nicht immer als krank wahrgenommen werden und sich auf beiden Seiten ein Gefühl von Unverständnis aufbaut. Daher ist es sehr wichtig, auf das Vorliegen von unsichtbaren Symptomen bei MS hinzuweisen.

Hervorgerufen wird die Krankheit durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems. Aus bisher unbekannten Gründen greifen einige Immunabwehrzellen im Gehirn oder im Rückenmark körpereigene Substanzen an. Dabei können unterschiedliche Gebiete betroffen sein. Daraus erklärt sich die grosse Bandbreite an verschiedenen Symptomen. Als Auslöser wird ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und bestimmten Umwelteinflüssen vermutet. Insgesamt sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Die Erkrankung lässt sich in drei Verlaufsformen aufteilen. Bei rund 85 Prozent der Betroffenen beginnt die MS mit einem schubhaften Vorliegen von Beschwerden, die sich nach einer gewissen Zeit wieder zurückbilden. Es ist aber auch möglich, dass die Symptome nach dem Eintreten des Schubs ganz oder teilweise bestehen bleiben. Bei ca. der Hälfte der Patienten entwickelt sich die Krankheit nach zehn Jahren in einen fortschreitenden Verlauf, während dem die Beschwerden kontinuierlich zunehmen. 10-15 Prozent der Betroffenen erfahren im gesamten Verlauf keine Schübe und die Krankheit äussert sich von Anfang an als eine kontinuierliche Zunahme an Symptomen.

Unabhängig davon, in welcher Krankheitsphase sich ein Patient befindet, ist es wichtig, dass sich das Umfeld nicht alleine davon leiten lässt, was von Aussen sichtbar ist, sondern auch daran denkt, dass es unsichtbare Symptome gibt.