Multiples Myelom (MM)

Das Multiple Myelom, auch Plasmazellmyelom genannt, steht für eine Erkrankung der Plasmazellen. Plasmazellen sind eine spezielle Sorte von Blutzellen, welche für die Herstellung von Antikörpern verantwortlich sind. Normalerweise vermehrt sich eine Plasmazelle nur so lange, wie sie für die Immunabwehr gebraucht wird. Bei einem Multiplen Myelom aber verändern sich die Plasmazellen im Knochenmark bösartig (Myelomzellen) und vermehren sich anschliessend unkontrolliert. Dies hat zur Folge, dass der Körper gesunde Blutzellen verdrängt und stattdessen unvollständige und somit funktionsunfähige Antikörper produziert.

Pro Jahr erkranken in der Schweiz ca. 560 Personen, davon rund 310 Männer und rund 250 Frauen. Das mittlere Alter bei der Diagnose liegt bei ca. 70 Jahren. Männer sind häufiger betroffen. Das Multiple Myelom ist der häufigste Tumor im Knochenmark und im Knochen.

Orientierungshilfe – Multiples Myelom (MM)

Das Blut – Die Blutbildung
Das Blut setzt sich aus Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) zusammen. Die Blutzellen machen ca. 45% des Blutes aus.

Es gibt drei Typen von Blutzellen:
4. Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport von der Lunge in den ganzen Körper zuständig.
5. Die weissen Blutkörperchen sind für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig.
6. Die Blutplättchen sind für die Blutgerinnung nach zum Beispiel Verletzungen etc. zuständig.

Die weissen Blutkörperchen teilen sich wiederum in drei Gruppen auf: Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Von den Lymphozyten gibt es zwei Arten: T-Lymphozyten und B-Lymphozyten. Die letzteren entwickeln sich im Knochenmark und in verschiedenen lymphatischen Organen zu den so genannten Plasmazellen. Bei der Entstehung eines Multiplen Myeloms spielen die Plasmazellen eine wichtige Rolle, da sie keine normalen Antikörper mehr bilden, sondern nur noch Fragmente dieser Antikörper ausschütten (M-Protein oder Para-Protein genannt).

Ursache
Die genaue Ursache von Multiplen Myelomen ist unbekannt.

Symptome
Mögliche Symptome dieser Krankheit sind unter anderem Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Anfälligkeit für Infektionen, Temperaturerhöhung, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiss.

Aufgrund der Verdrängung von gesunden Blutzellen, der Produktion von entarteten Antikörpern und dem Abbau von Knochenmark können im Verlauf einer Erkrankung weitere Symptome auftauchen.

Behandlungsmöglichkeiten
Ein Multiples Myelom kann man verschieden behandeln. Zu den zwei häufigsten Therapieverfahren gehören die medikamentöse Therapie sowie die Hochdosis-Chemotherapie mit Blutstammzelltransplantation. Zudem wird die Strahlentherapie für die Linderung von Knochenschmerzen und zur Vorbeugung von Knochenbrüchen eingesetzt.

Eine Behandlung des Multiplen Myeloms zielt darauf ab, das Wachstum der Myelomzellen zu hemmen und die Myelomzellen abzutöten.


Quellen:

  • Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Multiples Myelom Plasmazellmyelom», 2018
  • Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018
  • Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Krebs in der Schweiz, eine Übersicht», 1. Auflage, 2017