Lungenkrebs

Lungenkrebs – auch Bronchial- oder Lungenkarzinom genannt – entsteht, wenn sich Zellen der Schleimhaut, der Atemwege oder der Lungenbläschen verändern und bösartige Geschwulste (Tumoren) bilden. Über die Lymphgefässe oder die Blutbahn können Krebszellen in die benachbarten Lymphknoten und in andere Organe verschleppt werden. In Europa erkranken 25 Prozent aller männlichen und 12 Prozent aller weiblichen Krebspatienten an einem Lungenkarzinom. Bei Männern ist der Lungenkrebs die häufigste Krebstodesursache, bei Frauen die zweithäufigste nach dem Brustkrebs. Lungenkarzinome treten – europaweit – am häufigsten zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr auf. Fünf Prozent der Patientinnen und Patienten erkranken bereits in jüngeren Jahren, das heisst vor dem 40. Lebensjahr. Aktuelle Zahlen auf die Schweiz bezogen besagen, dass jede dritte Krebsdiagnose ein Lungenkarzinom ist.

Ursache
Häufigste Ursache für Lungenkrebs ist das Rauchen, genauer gesagt bei 85 Prozent der Fälle europaweit. Entscheidend dabei sind die gerauchten Zigaretten pro Tag und Person. Weitere Ursachen sind Umweltschadstoffe. Dazu zählt auch das Radon, welches nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs ist und europaweit nahezu für 10 Prozent der Lungenkrebsfälle verantwortlich. Radon gelangt aus der Bodenluft in Innenräume und über die Atemwege in die Lunge. Weitere Risikofaktoren können Lungennarben sowie genetische Dispositionen sein.

Symptome
Da die Symptome sich oftmals nicht von denen anderer Lungenkrankheiten unterscheiden, wird der Lungenkrebs häufig nur zufällig und bereits in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Folgende ernstzunehmende Symptome können auf einen Lungenkrebs hinweisen:

  • Länger als vier Wochen andauernder Husten
  • Andauernde Erkältung, die trotz Antibiotika nicht verschwindet
  • Auswurf mit oder ohne Blutspuren
  • Heiserkeit
  • Kurzatmigkeit, Atembeschwerden, Atemnot
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Unerklärliche Müdigkeit
  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Unerklärliches Fieber

Behandlungsmöglichkeiten
Entscheidend für die Behandlung eines Lungenkarzinoms ist der Zelltyp (kleinzellig, nicht-kleinzellig, Subtyp des Tumors) sowie das Krankheitsstadium, die Funktionsfähigkeit der Lunge (eingeschränkte Atmung), die Belastbarkeit des Herzens und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

Bei frühen Erkrankungsstadien wird oftmals eine operative Entfernung oder eine Zerstörung des Tumors durch Therapieverfahren angestrebt. Sollte eine vollständige Entfernung nicht möglich sein, wird versucht, das Tumorwachstum zu bremsen, eine fortschreitende Erkrankung zu verhindern und belastende Symptome abzuschwächen.

Summiert kommen folgende drei Therapieoptionen zum Einsatz:

  • Bei einem kleinzelligen Lungenkarzinom primär eine Strahlen-/Chemotherapie
  • Bei einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom eine Operation
  • In fortgeschrittenen Fällen wird eine medikamentöse Therapie als Palliativmedizin eingesetzt

Quellen:

  • Lungenliga Schweiz, Broschüre «Lungenkrebs»
  • Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Lungenkrebs Bronchialkarzinom», 2. Überarbeitete Auflage, 2012, 2006
  • Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018