Die Psoriasis

Psoriasis (auch Schuppenflechte genannt) ist eine chronisch-entzündliche und nicht übertragbare Krankheit, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Bei der Psoriasis-Erkrankung reifen die Hautzellen zu schnell. Fehlerhafte Signale, die dem Immunsystem entspringen, führen dazu, dass sich Hautzellen innerhalb von Tagen anstatt Wochen teilen. Die extrem schnelle Vermehrung von Hautzellen und die damit einhergehende Entzündung führen zu sogenannten Psoriasis-Läsionen. Diese Hautveränderungen haben drei charakteristische Merkmale: Schuppung, Verdickung und Entzündung (Rötung). Psoriasis kann in jedem Alter auftreten und betrifft Männer und Frauen gleichermassen. Oft tritt Psoriasis im jugendlichen Alter zwischen 16 und 22 Jahren auf. Ein zweiter Altersgipfel liegt zwischen dem 57. und 60. Lebensjahr. Die weltweite Häufigkeit von Psoriasis variiert zwischen 0.09% und 11.4%, was die Krankheit zu einem ernsthaften globalen Problem macht. In Europa sind ca. 3% der Bevölkerung an Psoriasis erkrankt.

Ursachen
Die genaue Ursache der Psoriasis ist bislang immer noch unklar. Es ist aber bekannt, dass es gewisse Faktoren gibt, die die Krankheit auslösen beziehungsweise verschlimmern können. Zu diesen Faktoren gehören beispielsweise Infektionen, Stress, mechanische Reizung der Haut, Alkohol, Rauchen und gewisse Medikamente. Psoriasis ist keine ansteckende Krankheit, sie kann also nicht durch Körperkontakt übertragen werden. Ebenfalls hat die Erkrankung nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Hingegen ist die Krankheit vererbbar, das heisst, es ist eine genetische Prädisposition vorhanden.

Symptome
Die häufigsten Begleiterkrankungen (Manifestationen) einer Psoriasis sind Schuppenbildung der Haut (92%), starker Juckreiz (72%), auch Pruritus genannt, Kopfhautbefall (Schuppenbildung) (62%), Rötungen (69%) sowie der Befall der Nägel (zwischen 4.2% bis zu 69%). Weitere, nicht sichtbare Symptome können sein: Psoriasis-Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, aber auch Übergewicht oder Stimmungsschwankungen.

Neben den physischen Erkrankungen birgt Psoriasis oftmals auch psychisches Leid, da die sichtbaren Manifestationen am Selbstvertrauen der betroffenen Menschen nagen. Dies kann so weit führen, dass Menschen aus Scham nicht mehr an sozialen Tätigkeiten, darunter fällt auch die Arbeit, teilnehmen und dadurch Gefahr laufen, einsam und isoliert zu sein.

Behandlungsmöglichkeiten
Psoriasis ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die dazu beitragen, die Symptome einer Psoriasis zu lindern und zu behandeln. Typischerweise werden aus Sicht der Schulmedizin die verschiedenen Therapien in fünf Kategorien eingeteilt:

  • Äusserliche (topische) Therapien
    Produkte, die auf die Haut aufgetragen werden wie etwa Cremes, Gels oder Salben
  • Fototherapie
    Lichttherapie – entweder UV-Strahlung oder Sonnenlicht
  • Konventionelle Systemtherapien1
    Als Tablette (oral) oder durch Spritzen aufgenommene Medikamente
    Der Name „systemische Therapien“ beruht darauf, dass sie den Körper als Ganzes und nicht nur eine lokale Hautregion betreffen.
  • Gezielt wirkende Systemtherapien2
    Diese Medikamente werden chemisch erzeugt und gehören zur Gruppe der oralen (Aufnahme durch den Mund), gezielt hergestellten Basistherapeutika.
  • Biologische Therapien
    Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel (Biologika3) sind eine spezielle Art von systemischer Therapie ‒ normalerweise durch Injektion oder Infusion verabreicht, die gezielt auf einen bestimmten Teil des Immunsystems abzielt.

1Der Begriff systemische Therapie bezeichnet in der somatischen Medizin die Behandlung des gesamten Organismus zur Bekämpfung einer Erkrankung, die lokale Behandlung der Erkrankung wird äusserliche oder topische Therapie genannt.
2“Gezielt wirkend“ bedeutet, dass der Wirkstoff des Medikamentes auf z.B. ein bestimmtes Protein (Eiweiss) im Körper wirkt und nicht auf mehrere, unterschiedliche Ziele gleichzeitig eine Wirkung zeigt.
3Biologika sind ein Antikörper oder antikörperähnliche Substanzen.

Quellen:

  • Global World Report on Psoriasis, World Health Organization WHO, 2016
  • Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018
  • Schweizerische Psoriasis und Vitiligo Gesellschaft SPVG Flyer «Kurzübersicht zur Behandlung von Psoriasis/Psoriasis Arthritis»
  • Schweizerische Psoriasis und Vitiligo Gesellschaft SPVG Flyer «Therapieoptionen zur Behandlung einer Psoriasis»