Die Psoriasis-Arthritis

Der Psoriasis-Arthritis liegt wie der Psoriasis eine fehlregulierte Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) zugrunde. Die Psoriasis-Arthritis äussert sich durch geschwollene, schmerzhafte Gelenke und kann deren Funktion im Alltag beeinträchtigen. Die Krankheit weist neben den typischen Haut- und Nagelveränderungen auch Entzündungen an den Gelenken (Arthritis) oder Sehnen (Enthesitis) auf. Daneben können auch die Wirbelsäule und/oder Gelenke im Beckenbereich von Steifheit betroffen sein. Weltweit entwickeln zwischen 1.3% und 34.7% der Psoriasis-Patienten eine Psoriasis-Arthritis. Sie tritt meist nach vielen Jahren der ersten Hautmanifestation auf, selten davor.

Ursache
Die Krankheitsursache ist bisher noch weitgehend unbekannt. Neben einer vererbten Veranlagung spielen wahrscheinlich verschiedene Umweltfaktoren, wie etwa Infektionen, eine wichtige Rolle in der Entstehung der Psoriasis-Arthritis. Leidet bei eineiigen Zwillingen eines der Geschwister an der Erkrankung, entwickelt das andere in zwei Dritteln der Fälle, bei zweieiigen in einem Drittel der Fälle, ebenfalls eine Psoriasis-Arthritis. Daneben haben betroffene Patienten mit Entzündungen an der Wirbelsäule gehäuft eine bestimmte Genstruktur (das sogenannte HLA-B27- Antigen).

Symptome
Typisch bei der Psoriasis-Arthritis ist der Befall von Sehnen, einzelner Finger- oder Zehengelenke oder ganzer Finger und Zehen (Daktylitis, umgangssprachlich auch als „Wurstfinger“ bezeichnet). Der Gelenkbefall äussert sich insbesondere in Schmerzen und Schwellungen, die an unterschiedlichen Stellen auftreten können.

Am häufigsten betroffene Gelenke
Rücken Finger
Wirbelsäule Knie
Hüfte Knöchel
Handgelenk

 
Behandlungsmöglichkeiten
Eine Heilung der Psoriasis-Arthritis ist heute noch nicht möglich. Mit Medikamenten kann aber häufig eine weitgehende Unterdrückung sowohl der Haut- als auch der Gelenksymptome erzielt werden. Bei leichteren Fällen sind sogenannte «nicht-steroidale Antirheumatika» gegen Schmerzen und Entzündungen wirksam. Beim Befall mehrerer Gelenke werden sogenannte «Basismedikamente» eingesetzt. Im Gegensatz zu den nicht-steroidalen Entzündungshemmern können diese Medikamente die zerstörende Gelenkentzündung im Idealfall stoppen. Weiter gibt es auch gezielt wirkende Systemtherapien. Diese Medikamente werden chemisch erzeugt und gehören zur neuen Gruppe der oralen Basistherapeutika (Aufnahme durch den Mund).

In schweren Fällen können auch Biologika eingesetzt werden.


Quellen:

  • Global World Report on Psoriasis, World Health Organization WHO, 2016
  • Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018
  • Psoriasis-Arthritis Broschüre der Rheumaliga, 7. Überarbeitete Auflage 2016