Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, liegt zwischen Magen, Milz und Leber. Einfach erklärt besteht die Bauchspeicheldrüse aus drei Teilen: einem Kopf, einem Körper und einem Schwanz. Zu ihrer Hauptaufgabe gehört die Produktion von Sekreten zur Nahrungsverdauung sowie die Blutzuckerregulierung. Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entsteht durch unkontrolliertes Wachstum von Bauchspeicheldrüsenzellen, welche normalerweise Verdauungssaft produzieren. Diese Tumore können gut- oder bösartig sein. Bösartige wachsen schnell und können unter Umständen weitere Ableger (Metastasen) in Leber, Lunge oder anderen Körperteilen bilden. In der Schweiz erkranken jährlich rund 1’250 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt; dabei trifft es Männer und Frauen gleich häufig. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Krankheit des höheren Alters. Knapp 60 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 70 Jahre alt. Sieben Prozent aller Krebstodesfälle in der Schweiz sind auf den Bauchspeicheldrüsenkrebs zurückzuführen. Dies entspricht etwa 1’150 Todesfällen pro Jahr.

Ursache
Die Ursache, die zu einem Pankreaskarzinom führt, kann bis heute nicht eindeutig und wissenschaftlich belegt werden. Faktoren wie zum Beispiel genetische Dispositionen spielen eine Rolle, aber auch das Zigarettenrauchen über viele Jahre hinweg ist ein Risiko. Das Rauchen ist der epidemiologisch am besten belegbare Risikofaktor. Weiter stellt auch ein über Jahre hoher Alkoholkonsum ein Risiko dar.

Symptome
Bauchspeicheldrüsenkrebs bereitet über längere Zeit kaum Beschwerden, weshalb er oftmals erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist es häufig bereits zu spät, ihn operativ zu entfernen. Je nachdem, wo der Tumor lokalisiert ist (2/3 der Tumore entstehen im Pankreaskopf, die anderen im Pankreasschwanz oder verstreut im Pankreaskörper oder der ganzen Bauchspeicheldrüse), variieren die Beschwerden und Symptome. Einige dieser Symptome (nicht aus- und abschliessend) können sein:

  • Plötzlich auftretende, meist schmerzlose Gelbsucht
  • Diffuse Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Durchfall, Thrombosen
  • Müdigkeit

Behandlungsmöglichkeiten
Ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sind verschiedene Faktoren wie zum Beispiel die Art, Lage und Ausdehnung des Tumors, das Krankheitsstadium, die Eigenschaften des bei der Operation entnommenen Krebsgewebes sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, beziehungsweise der Patientin. Ziel der Behandlung ist jedoch immer die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors. In den Fällen, in denen der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, wird eine ergänzende Therapie – wie die Chemotherapie oder die Radiotherapie – empfohlen, um das Tumorwachstum zu verlangsamen, beziehungsweise um die Symptome, die durch den verbleibenden Tumor entstehen, zu reduzieren. Oftmals kommen alle drei Therapieoptionen, einzeln, kombiniert oder nacheinander, zum Zuge.


Quellen:

  • Schweizer Hilfe für Pankreaserkrankungen, Broschüre «Erkrankung der Bauchspeicheldrüse», 2007
  • Krebsliga Schweiz Broschüre «Krebs in der Schweiz eine Übersicht», 1. Auflage, 2017
  • Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018
  • Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Bauchspeicheldrüsenkrebs Pankreaskarzinom», 2012